Was ist Migräne?

Migräne (von altgriechisch „Kopfschmerz auf der einen Seite“) ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen einseitigen extrem starken Kopfschmerz gekennzeichnet ist. Etwa 10 % der Weltbevölkerung leiden an Migräne. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Bei jungen Menschen ist Migräne vor Eintritt der Pubertät gleichmäßig auf Jungen und Mädchen verteilt. Die genauen Ursachen sind derzeit noch nicht bekannt. Forscher vermuten vor allem genetische Ursachen und ein Ungleichgewicht der Botenstoffe im Hirn.

Migräne hat ein vielseitiges Krankheitsbild

Erwachsene leiden häufig unter einem immer wiederkehrenden und halbseitigen Kopfschmerzen der sich durch pulsierende und stechende Schmerzen auszeichnet. Hinzu kommen Symptome wie Übelkeit nicht selten in Verbindung mit Erbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und Lärmempfindlichkeit (Phonophobie). Manche Migräne-Patienten leiden während der Migräneanfälle unter einer sogenannten Migräneaura. Bei einer solchen Aura treten Sehstörungen und sensitive Wahrnehmungsstörungen auf. Motorische Störungen sind aber auch möglich.

Hierzulande leiden etwa acht Millionen Menschen an der neurologischen Erkrankung. Frauen sind dabei mit 18 % deutlich häufiger betroffen als Männer mit rund 6 %.
Die westlichen Länder allgemein, sowie Europäische Staaten berichten von einer ähnlichen Verbreitung. Während Asiatische, Südamerikanische und Afrikanische Staaten weniger Migräne-Erkrankte zählen. Eine Migräne tritt in der Regel zwischen dem 25. und 45 Lebensjahr auf, kann aber auch in der Kindheit auftreten. Neueste Studien bringen Migräne bei Kindern mit kindlichen Koliken, die im Säuglingsalter auftreten, in Verbindung.

Symptomen

Migräne äußert sich mit vielen unterschiedlichen Symptomen, die in verschiedene Phasen der Migräne eingeteilt werden. Ein Migräneanfall kündigt sich oftmals durch sogenannte Vorboten- und Prodromalphasen an, die Phasen haben dabei jeweils andere Symptome. Etwa 30 % der Migräne-Patienten berichten von einer Vorboten-Phasen, die ihnen den nächsten Anfall ankündigt. So eine Phase kann wenige Stunden bis zu zwei Tagen vor der nächsten Migräne-Attacke eintreten und ein bis zwei Stunden andauern. Die Symptome einer solchen Phase können psychische, neurologische und vegetative sein, sie unterscheiden sich von den Symptomen der Auraphase. Müdigkeit, Geräuschempfindlichkeit und häufiges Gähnen treten dann auf. Oftmals treten auch Magen-Darm-Probleme sowie Verstopfung auf.

Außerdem berichten viele Patienten von Heißhungerattacken auf gewisse Nahrungsmittel. Diese werden dann wiederum falsch als Migräne-Auslöser fehlinterpretiert. Da die eigentliche Migräneattacke erst später auftritt, erkennen viele Betroffene nicht den Zusammenhang zwischen diesen Symptomen und der Migräneattacke.

15 bis 20 % der Migräne-Patienten leiden an einer Migräne mit Aura. Während der Aura-Phase berichten Patienten von verschiedenen visuellen Störungen.

Manche geben an,

– die Sensibilität eines Bereichs des Gesichtsfeldes wäre pathologisch gemindert
-sie sehen farbige Flecken mit gezackten Rändern
– verlieren für einen Moment die Fähigkeit zum räumlichen Sehen
– Unscharfe Sicht
– kribbeln in Armen, Beinen und im Gesicht

Außerdem können Störungen des Geruchsempfindens, des Gleichgewichts und der Sprache einsetzen. Die Aura-Phasen werden von allen Patienten unterschiedlich wahrgenommen.
Einige berühmte Künstler ließen sich von den bunten Sehstörungen während der Aura-Phase zu ihren Werken inspirieren, daher wird dieses Phänomen auch als Alice-im-Wunderland-Syndrom bezeichnet.

Die Aura verläuft dynamisch. Man kann sich das so vorstellen, dass die farbigen Punkte und Lichtblitze im Gesichtsfeld der Patienten „wandern“. Das kribbelnde Gefühl in den Gliedmaßen wird auch als wandernd empfunden. Die Symptome können nacheinander auftreten, beispielsweise angefangen mit visuelle Störungen, weiter zu Sprachstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen in Teilbereichen des Körpers. Die Art und Weise wie die Symptome einer Migräne auftreten und sich verhalten, unterscheiden sich maßgeblich von denen eines Schlaganfalls. Die Symptome der Aura-Phase sind nicht schädlich für das Hirngewebe, sie sind nur vorübergehend da und klingen nach etwa einer Stunde ab.

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